Kinderbetreuung durch Au-pair


Die Frage der Kinderbetreuung tritt früher oder später bei fast jedem auf. Gerade wenn es keine Großeltern in der nähe gibt, welche die Enkel im Alltag versorgen wenn beide Eltern (wieder) berufstätig sind. Vielerorts mangelt es auch an öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtungen.

Auf der Suche einer Hilfe bei der Betreuung für das Kind bzw. die Kinder stolpert der ein oder andere vielleicht über die Möglichkeit eines Au-pair. Auch wenn dies nicht ganz billig ist, kann diese Lösung günstiger kommen als die Betreuung in der Krippe, vor allem, wenn man mehrere Kinder hat.

Was ist eigentlich ein Au-pair?

Als Au-pair bezeichnet man junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren, die für eine begrenzte Zeit bei einer Gastfamilie im Ausland leben. Das Au-pair unterstützt die Familie bei der Kinderbetreuung und leichten Hausarbeiten und hat im Gegenzug die Möglichkeit, Kultur und Sprache des Gastlandes kennen zulernen.

Mit kleineren und/oder mehreren Kindern hat die Betreuung im Haus viele Vorteile. Man hat die Möglichkeit auf auf die unterschiedlichen Stundenpläne in der Grundschule und spontanen Schließungen des Kindergartens oder aber auf Ferienzeiten flexibel reagieren zu können.

Welche Aufgaben hat ein Au-Pair?

Die täglichen Aufgaben eines Au-pairs sind sehr unterschiedlich. Sie hängen ganz vom Lebensstil der Familie ab, die das Au-pair bei sich aufgenommen hat. Die Hauptaufgabe eines Au-pairs besteht aber in der Unterstützung bei der Betreuung der Kinder und im Haushalt.

Natürlich kommt ein Au-pair neben den genannten Hauptaufgaben mit einer bestimmten Erwartung nach Deutschland. Typischerweise möchten Au-pairs etwas Besonderes erleben und verschiedene Erfahrungen sammeln. Sie möchten die Welt entdecken, das erste Mal alleine in einem anderen Land leben und natürlich auch Abenteuer erleben. Ja, ein Au-pair-Aufenthalt öffnet die Tür zu einer neuen Sprache, aber er öffnet auch eine Tür zu einer neuen Welt voll mit neuen Erfahrungen.

Um das Au-pair erfolgreich in den Familienalltag zu integrieren, sollten vor allem folgende Fragen geklärt sein:

  • Welche Erwartungen hat das Au-pair an seine Aufgaben? Decken sich diese Erwartungen mit den euren?
  • Welche persönliche Motivation steckt hinter dem Wunsch Au-pair zu werden?

Zu wissen, welche Wünsche und Erwartungen das Au-Pair an seinen Aufenthalt hat, macht es einfacher sicher für das richtige Au-pair zu entscheiden. Ein Au-pair, das sich optimal in die Familie integriert und trotzdem auch die eigenen Erwartungen erfüllen kann.

Wer sich noch mehr über die Aufgaben informieren möchte, die ein Au-pair übernehmen sollte, kann die Regelungen der Bundesagentur für Arbeit “Au-pairs bei deutschen Familien” zu Rate ziehen.

Familienmitglied oder Mitarbeiter?

Ein Au-pair-Aufenthalt ist für beide Seiten ein Mittel zum Zweck. Es geht nicht darum ein neues Familienmitglied zu finden, aber auch nicht darum einen "Mitarbeiter" einzustellen. Es braucht eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit damit das Au-pair eine glückliche Zeit hat und seine Aufgaben auch gut erledigt. Je nachdem wie lange der Au-pair-Aufenthalt dauert (mind. 6 Monate, aber max. 1 Jahr) steht dem Au-pair auf Urlaub zu.

Au-pairs können ihr Bestes bei ihren täglichen Aufgaben im Familienleben geben, wenn:

  • sie nicht zu viele Stunden pro Woche arbeiten (30 Stunden pro Woche, max. 6 Std. pro Tag),
  • sie ihre Freizeit dafür nutzen können, Dinge zu unternehmen, die ihnen Spaß machen.

Wo wohnt das Au-pair?

Das Au-pair wohnt bei seiner Gastfamilie. Sicherlich ist es für viele Familien nicht einfach, dem Au-pair ein eigenes Zimmer zu bieten. Doch darauf haben die “Familienmitglieder auf Zeit” einen Anspruch. 

Das Zimmer kann auch etwas abseits sein und muss nicht neben den Kinderzimmern oder dem Elternschlafzimmer sein. Das empfinden viele Au-pairs als angenehm und hat auch Vorteile für dich, wenn das Au-pair z. B. an freien Tagen spät nach Hause kommt.

Was kostet ein Au-pair?

Jede Familie muss für sich entscheiden, was sie finanzieren kann und will.

Die Bundesagentur für Arbeit nennt folgende Positionen, für die die Familie aufkommen muss:

  • ein eigenes Zimmer und freie Verpflegung
  • ca. 280,- Euro Taschengeld pro Monat
  • bezahlter Urlaub (bei 12 Monaten vier Wochen)
  • Unfall- und Krankenversicherung
  • kosten für Sprachkurs (ca. 50€ pro Monat)

Kommt das Au-pair aus einem Land außerhalb der EU, fallen Vermittlungsgebühren einer Au-pair-Agentur sowie Kosten für das Visum an. Eine erfreuliche Nachricht für Eltern: Seit 2002 gibt es die Möglichkeit, Kinderbetreuungskosten steuerlich geltend zu machen.

Absetzbar sind Kinderbetreuungskosten bis max. 4.000,00€ pro Jahr und Kind. Unterstützt euch das Au-Pair auch im Haushalt, könnt ihr einen Teil der Aufwendungen auch als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend machen. Sprecht hier am Besten mit eurem Steuerberater für detailliertere Informationen.

Wie finde ich ein Au-pair?

Grundsätzlich muss kein Vermittler in Anspruch benommen werden. Der Vorteil einer Vermittlung über eine entsprechende Einrichtung ist dennoch ratsam, da diese zum Beispiel bei Schwierigkeiten eine Anlaufstelle ist, an die sich gewendet werden kann.

Es gibt verschiedene Vermittlungsagenturen für Au-pair im Internet. Empfehlen würde ich aber hier über die Bundesagentur für Arbeit zu gehen. Diese arbeitet mit Aupair Society e.V. zusammen und bietet zudem auch verschiedene Merkblätter, Fragebögen und auch Musterverträge zum download an.

Die Aupair Society e.V. ist ein beim Bundestag registrierten Verband, der die Verbesserung des Aupair-Wesens in Deutschland, aber auch innerhalb der EU und in Zusammenarbeit mit Partnern weltweit zum Ziel hat.

Über Aupair Society e.V. findest du die für dich passende Vermittlungsagentur und kannst dir sicher sein, dass die Agentur geprüft ist.

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